Ganzheitliche Zahnmedizin – was ist das?

Der Begriff „ganzheitlich“ ist zum Modewort avanciert, das vielfach nur Marketingzwecken dient. In der Zahnmedizin jedoch kennzeichnet es einen grundsätzlich anderen Ansatz.

Der menschliche Zahnapparat ist auf vielfache Weise mit dem Rest des Körpers verflochten. Auch wenn die Forschung noch nicht alle Zusammenhänge kennt und erklären kann, stehen zahlreiche Wechselwirkungen unzweifelhaft fest. Allgemein bekannt ist etwa das „Abstrahlen“ von Zahnproblemen auf andere Körperregionen, das sich beispielsweise in Nacken- oder Kopfschmerzen äußern kann. Daneben können Erkrankungen im Mundraum aber auch viele andere Organe in Mitleidenschaft ziehen. Und umgekehrt können Gebissprobleme auch ihrerseits Symptome von Erkrankungen in entfernten Körperregionen sein. Diese Zusammenhänge werden in der konventionellen Zahnmedizin gewöhnlich nicht beleuchtet – hier geht es allein um die Heilung des jeweiligen Zahnleidens, also um eine symptomatische Behandlung.

Die ganzheitliche Zahnmedizin hingegen nimmt immer den ganzen Menschen in den Blick. Das bedeutet nicht, dass bei jeder Karies eine Generaluntersuchung erfolgt, um mögliche tieferliegende Ursachen aufzuspüren. Doch es bedeutet, dass mögliche Wechselwirkungen grundsätzlich in Betracht gezogen werden, wenn es Anhaltspunkte gibt. Diese werden in der herkömmlichen Zahnmedizin allzu oft übersehen, weil neben der nötigen Sensibilität und Erfahrung auch die Zeit fehlt. Und darin zeigt sich der äußerlich auffälligste Unterschied, den die ganzheitliche Zahnmedizin ausmacht: In deren Rahmen nimmt sich der Zahnarzt bzw. die Zahnärztin viel Zeit für die Patienten. Das bildet die Grundlage, um den gesamtmenschlichen Zusammenhang erkennen zu können.

Ganzheitlichkeit ist mehrdimensional

Doch ganzheitliche Zahnmedizin ist noch mehr. Sie geht auch in den Therapiemethoden über die Schulmedizin hinaus, indem alternativmedizinische Verfahren ebenfalls einbezogen werden können. Zu den bekanntesten und wirksamsten zählen Akupunktur und Homöopathie. Und schließlich kann man Ganzheitlichkeit auch begreifen als den Anspruch, Gesundheit (des gesamten Körpers), Funktion und Ästhetik in Einklang zu bringen.

„Ganzheitlichkeit in der Zahnmedizin erschöpft sich nicht in einigen zusätzlichen Behandlungsmethoden. Sie erfordert vielmehr ab dem ersten Gespräch eine grundlegend andere Herangehensweise, die den ärztlichen Fokus gegenüber der Schulmedizin deutlich weitet. Die vielgestaltigen Wechselwirkungen zwischen Gebiss und Gesamtgesundheit, körperlich wie psychisch, offenbaren sich nicht bei einer Schnelldiagnose in fünf Minuten“, resümiert die Zahnärztin Lida Helmers, die in Berlin-Zehlendorf eine Praxis für ganzheitliche Zahnmedizin betreibt. „Nicht zuletzt spielt auch die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Ärzten anderer Fachrichtungen eine größere Rolle. Denn das Ziel der ganzheitlichen Zahnmedizin ist es ja, über die akuten Zahnprobleme hinaus das Gesamtbefinden der Patienten zu verbessern.“

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